Prothetik

Geschiebeprothese: Aufbau, Vorteile und Alltag

Eine Geschiebeprothese verbindet festsitzende Kronen mit einem herausnehmbaren Teil, ganz ohne sichtbare Klammern. Sie ist eine häufige Lösung, wenn im Seitenzahnbereich Zähne fehlen, die Frontzähne aber noch erhalten sind.

Veröffentlicht 4 Min. Lesezeit

Modell eines Unterkiefers mit Kronen auf den Eckzähnen und einer herausnehmbaren Teilprothese für die Seitenzähne, die über kleine Verbindungselemente einrastet

Kurz beantwortet

Eine Geschiebeprothese ist ein kombinierter Zahnersatz: Kronen auf eigenen Zähnen oder Implantaten bleiben fest im Mund, ein herausnehmbarer Teil ersetzt die fehlenden Zähne und rastet über unsichtbare Verbindungselemente, die Geschiebe, an den Kronen ein. Bei DenTeam entstehen Kronen und Modellgussgerüst im eigenen Labor, auf Wunsch mit Kugelverankerung von Bredent.

Wer im hinteren Bereich des Kiefers mehrere Zähne verloren hat, steht vor einer typischen Frage: Implantate, eine Klammerprothese oder etwas dazwischen? Die Geschiebeprothese ist eine dieser Zwischenlösungen. Sie hält fester als eine einfache Teilprothese, verzichtet auf sichtbare Metallklammern und kommt ohne Implantate aus.

Was ist eine Geschiebeprothese?

Eine Geschiebeprothese gehört zum kombinierten Zahnersatz. Sie besteht aus zwei Teilen, die beim Tragen fest zusammenarbeiten:

  • einem festsitzenden Teil: Kronen, die auf den verbliebenen Zähnen fest einzementiert werden, meist auf den letzten Zähnen vor der Lücke,
  • einem herausnehmbaren Teil: einer Teilprothese mit Metallgerüst und Prothesenzähnen, die die fehlenden Zähne ersetzt.

Verbunden werden beide Teile über Geschiebe. Das sind kleine Präzisionselemente aus Metall oder Kunststoff, die aus einem männlichen Teil (Patrize) und einem weiblichen Teil (Matrize) bestehen. Das eine Element sitzt an der Krone, das andere in der Prothese. Beim Einsetzen gleiten sie ineinander und rasten ein, ähnlich wie ein Druckknopf oder eine Schiene.

Wie ist eine Geschiebeprothese aufgebaut?

Von außen sehen Sie nur Zähne. Darunter arbeitet eine durchdachte Konstruktion:

  1. Pfeilerkronen: Die Zähne neben der Lücke werden beschliffen und mit Kronen versorgt. Oft werden zwei benachbarte Kronen miteinander verblockt, damit sie die Kräfte gemeinsam tragen.
  2. Geschiebe: An der Seite der Krone, die zur Lücke zeigt, sitzt das Verbindungselement. Es ist von außen meist nicht sichtbar.
  3. Modellgussgerüst: Ein dünnes, gegossenes Metallgerüst gibt der Prothese Stabilität. Bei DenTeam werden dafür nickelfreie Legierungen verwendet.
  4. Prothesensättel mit Zähnen: Auf dem Gerüst sitzen zahnfleischfarbener Kunststoff und die Prothesenzähne, die auf dem Kieferkamm aufliegen.
  5. Verbindungsbügel: Im Unterkiefer verbindet ein Bügel hinter den Frontzähnen beide Seiten, im Oberkiefer ein schmales Gaumenband.

Eine Variante ist die Kugelverankerung: Statt eines länglichen Geschiebes trägt die Krone eine kleine Kugel, auf die eine Kunststoffkappe in der Prothese aufrastet. Bei DenTeam wird dafür die Kugelverankerung von Bredent eingesetzt, häufig in Kombination mit einer Keramikbrücke im Frontbereich, auf eigenen Zähnen oder auf Implantaten. Die Fertigung übernimmt das Zahnlabor im eigenen Haus.

Für welche Zahnsituation eignet sich eine Geschiebeprothese?

Die klassische Ausgangslage ist eine sogenannte Freiendsituation: Die Frontzähne und eventuell die Eckzähne oder einige kleine Backenzähne sind noch vorhanden, dahinter fehlen alle Zähne. Eine Brücke ist dann nicht möglich, weil am Ende der Lücke kein Pfeilerzahn steht.

Gut geeignet ist die Geschiebeprothese außerdem, wenn:

  • die Pfeilerzähne fest verankert sind und ohnehin eine Krone benötigen,
  • sichtbare Klammern aus ästhetischen Gründen nicht infrage kommen,
  • Implantate nicht gewünscht oder aufgrund des Knochens nicht ohne größeren Aufbau möglich sind.

Weniger geeignet ist sie, wenn nur noch sehr wenige oder gelockerte Zähne vorhanden sind. Dann ist eine Lösung, die bei weiterem Zahnverlust leichter erweitert werden kann, oft vorzuziehen.

Welche Vorteile hat eine Geschiebeprothese?

  • Keine sichtbaren Klammern: Die Verbindung liegt verborgen an der Krone. Das ist vor allem im sichtbaren Bereich ein großer Unterschied zu einer Klammerprothese.
  • Guter Halt: Die Prothese sitzt beim Kauen und Sprechen fest und wackelt bei gut angepassten Geschieben kaum.
  • Kaukraft wird geteilt: Ein Teil der Kraft geht über die Pfeilerzähne, ein Teil über den Kieferkamm.
  • Einfache Reinigung: Der herausnehmbare Teil lässt sich außerhalb des Mundes gründlich säubern.
  • Ohne chirurgischen Eingriff: Für die klassische Geschiebeprothese sind keine Implantate nötig.

Welche Nachteile und Grenzen gibt es?

Wie jeder Zahnersatz hat auch die Geschiebeprothese Schwächen, die Sie kennen sollten:

  • Beschleifen der Pfeilerzähne: Für die Kronen wird gesunde Zahnsubstanz abgetragen.
  • Verschleiß: Die Matrizen in der Prothese nutzen sich mit der Zeit ab; der Halt lässt dann nach. Kunststoffeinsätze können in der Regel ohne großen Aufwand ausgetauscht werden.
  • Hebelkräfte: Die Prothese liegt hinten auf dem Kieferkamm auf, vorne ist sie starr mit der Krone verbunden. Wenn der Kiefer nachgibt, wirken Hebelkräfte auf die Pfeilerzähne. Deshalb werden diese oft verblockt.
  • Unterfütterung: Der Kieferknochen unter dem Prothesensattel bildet sich langsam zurück. Damit die Prothese sauber aufliegt, muss sie gelegentlich unterfüttert werden.
  • Erweiterung bei Zahnverlust: Geht ein Pfeilerzahn verloren, ist die Anpassung meist aufwendiger als bei einer Teleskopprothese.
  • Fingerfertigkeit: Das Ein- und Ausgliedern verlangt etwas Übung.

Geschiebe, Teleskop oder Klammer: Wo liegen die Unterschiede?

MerkmalKlammerprothese (Modellguss)GeschiebeprotheseTeleskopprothese
Verbindung zum ZahnMetallklammern um die ZähnePräzisionselement an der KroneDoppelkronen (Primär- und Sekundärkrone)
SichtbarkeitKlammern teils sichtbarkeine sichtbaren Klammernkeine sichtbaren Klammern
Beschleifen der Zähnekaum nötigja, für die Pfeilerkronenja, für die Primärkronen
Erweiterung bei Zahnverlustmeist möglicheingeschränktoft gut möglich
Aufwand der Herstellunggeringmittelhoch

Welche Variante zu Ihnen passt, hängt vor allem von Zahl und Zustand Ihrer Restzähne ab. Wie die Teleskopprothese im Vergleich abschneidet, beschreibt der Beitrag Teleskopprothese: Vorteile und Nachteile. Einen Überblick über alle herausnehmbaren Lösungen bei DenTeam, von der Vollprothese bis zum Modellguss, finden Sie auf der Seite Voll-, Modellguss- und Geschiebeprothesen. Den aktuellen Preis der Geschiebeprothese nennt die Preisliste.

Wie gelingt der Alltag mit einer Geschiebeprothese?

Die ersten Wochen

In den ersten Tagen fühlt sich die Prothese groß an, die Zunge stößt an das Gerüst, und manche Laute klingen anders. Das ist normal und lässt meist innerhalb von ein bis zwei Wochen nach. Lautes Lesen hilft, sich schneller an die neue Aussprache zu gewöhnen. Beginnen Sie mit weicher Kost in kleinen Stücken und kauen Sie möglichst auf beiden Seiten. Druckstellen am Zahnfleisch sollten Sie nicht aushalten, sondern vom Behandler beseitigen lassen.

Einsetzen und Herausnehmen

Setzen Sie die Prothese immer mit den Fingern ein und drücken Sie sie gleichmäßig in die Führung, bis sie hörbar oder spürbar einrastet. Beißen Sie die Prothese nie in Position; das kann Geschiebe und Kronen beschädigen. Zum Herausnehmen greifen Sie an den vorgesehenen Stellen und ziehen die Prothese gerade entlang der Einschubrichtung heraus, ohne sie zu verkanten.

Reinigung

  • Die Prothese täglich außerhalb des Mundes mit einer Prothesenbürste und milder Seife oder Prothesenreiniger putzen; keine scheuernde Zahnpasta verwenden.
  • Die Geschiebe an den Kronen besonders sorgfältig reinigen; dort sammeln sich leicht Beläge.
  • Die Pfeilerkronen wie eigene Zähne putzen, die Zwischenräume mit Interdentalbürsten.
  • Über einem mit Wasser gefüllten Waschbecken oder einem Handtuch reinigen, damit die Prothese nicht bricht, falls sie herunterfällt.

Kontrollen

Lassen Sie Prothese und Pfeilerzähne mindestens einmal im Jahr kontrollieren. Dabei werden der Sitz geprüft, die Matrizen bei Bedarf getauscht und die Auflage auf dem Kiefer beurteilt. Das kann auch ein Zahnarzt in Ihrer Nähe übernehmen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Geschiebeprothese kombiniert festsitzende Kronen mit einer herausnehmbaren Teilprothese, die über unsichtbare Präzisionselemente einrastet.
  • Sie eignet sich besonders, wenn hinten Zähne fehlen und vorne noch stabile Zähne vorhanden sind.
  • Vorteile sind der gute Halt ohne sichtbare Klammern und die einfache Reinigung des herausnehmbaren Teils.
  • Nachteile sind das Beschleifen der Pfeilerzähne, der Verschleiß der Matrizen und eine eingeschränkte Erweiterbarkeit.
  • Die Prothese nie in Position beißen, täglich reinigen und mindestens einmal im Jahr kontrollieren lassen.

Häufige Fragen

Sieht man, dass ich eine Geschiebeprothese trage?

In der Regel nicht. Die Geschiebe liegen an der Rückseite oder seitlich der Kronen und sind beim Sprechen und Lachen nicht sichtbar. Die Prothesenzähne werden in Farbe und Form an Ihre eigenen Zähne angepasst. Sichtbar wird die Prothese höchstens, wenn Sie den Mund weit öffnen und jemand gezielt in den hinteren Bereich schaut.

Muss ich die Prothese nachts herausnehmen?

Das hängt von Ihrer Situation ab und wird bei der Eingliederung besprochen. Viele Behandler empfehlen, die Prothese nachts herauszunehmen, damit sich das Zahnfleisch erholt. Bei starkem Knirschen kann es sinnvoll sein, sie zu tragen oder eine Schiene zu nutzen. Außerhalb des Mundes wird sie je nach Empfehlung trocken oder in einem Reinigungsbad aufbewahrt.

Wie lange hält eine Geschiebeprothese?

Bei guter Pflege und regelmäßigen Kontrollen viele Jahre. Die Verschleißteile, vor allem die Kunststoffmatrizen, werden zwischendurch ausgetauscht. Die Lebensdauer hängt stark von den Pfeilerzähnen ab: Bleiben sie gesund, kann die Konstruktion lange funktionieren. Eine verlässliche Jahreszahl lässt sich für den Einzelfall nicht seriös vorhersagen.

Kann eine Geschiebeprothese auch auf Implantaten befestigt werden?

Ja, das ist möglich. Statt eigener Zähne tragen dann Implantate die Kronen mit den Verbindungselementen. Das kann sinnvoll sein, wenn vorne zu wenige stabile Zähne vorhanden sind. Bei DenTeam wird die Kugelverankerung von Bredent sowohl auf eigenen Zähnen als auch auf Implantaten eingesetzt.

Behandlung bei DenTeam

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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche zahnärztliche Untersuchung und Beratung.

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