Kronen & Brücken

Kompletten Oberkiefer überkronen: Voraussetzungen, Ablauf und Alternativen

Abgenutzte, verfärbte oder stark gefüllte Zähne lassen sich gemeinsam mit Kronen neu gestalten. Ob das für den ganzen Oberkiefer sinnvoll ist, hängt weniger vom Wunsch nach schönen Zähnen ab als vom Zustand der Wurzeln, des Zahnfleischs und des Bisses.

Veröffentlicht 4 Min. Lesezeit

Gipsmodell eines Oberkiefers mit einer vollständigen Reihe zahnfarbener Kronen auf einem Labortisch

Kurz beantwortet

Einen kompletten Oberkiefer zu überkronen bedeutet meist 12-14 Kronen in einer gemeinsamen Planung. Voraussetzung sind entzündungsfreie Wurzeln, gesundes Zahnfleisch und ein geprüfter Biss. Bei DenTeam entstehen die Kronen im eigenen Labor, bei unkomplizierter Ausgangslage meist innerhalb eines Aufenthalts von 5-7 Tagen.

Wenn viele Zähne gleichzeitig Probleme machen, wirkt eine Einzelreparatur nach der anderen oft wie Flickwerk. Eine gemeinsame Planung für den ganzen Oberkiefer kann Form, Farbe und Biss wieder in Einklang bringen. Sie ist aber ein großer Eingriff in gesunde Zahnsubstanz und sollte gut begründet sein.

Wann ist es sinnvoll, den ganzen Oberkiefer zu überkronen?

Typische Gründe für eine Versorgung aller Oberkieferzähne mit Kronen sind:

  • stark abgenutzte Zähne durch nächtliches Knirschen oder Pressen, oft verbunden mit einer abgesunkenen Bisshöhe,
  • Säureschäden (Erosionen), etwa durch säurehaltige Getränke oder häufiges Sodbrennen,
  • viele große, alte Füllungen und bereits vorhandene Kronen, die nacheinander erneuert werden müssten,
  • deutliche Verfärbungen, die sich durch Bleaching nicht ausreichend aufhellen lassen,
  • ein unharmonisches Gesamtbild, wenn Zahnformen, Längen und Farben stark voneinander abweichen.

Weniger gut begründet ist eine Komplettversorgung, wenn die Zähne gesund und weitgehend intakt sind und nur Farbe oder Form leicht stören. Für jede Krone wird Zahnsubstanz abgetragen, die nicht nachwächst. In solchen Fällen sind schonendere Verfahren oft die bessere Wahl (mehr dazu weiter unten).

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Eine Krone ist nur so haltbar wie der Zahn, auf dem sie sitzt. Vor der Planung prüft der Behandler deshalb:

  1. Wurzeln und Zahnnerven: Entzündungen an den Wurzelspitzen sind meist auf dem Röntgenbild zu erkennen. Sie müssen vorher behandelt werden, sonst drohen später Beschwerden unter einer neuen Krone.
  2. Zahnfleisch und Knochen: Eine aktive Parodontitis wird zuerst behandelt. Zähne, die bereits stark gelockert sind, eignen sich nicht als Kronenpfeiler.
  3. Restsubstanz: Ist von einem Zahn wenig übrig, braucht er einen Aufbau, eventuell mit Stift. Manche Zähne sind auch nicht mehr erhaltungswürdig.
  4. Biss und Kiefergelenk: Wer knirscht oder Kiefergelenkbeschwerden hat, braucht eine genaue Funktionsanalyse. Bei DenTeam wird dafür unter anderem ein Gesichtsbogen eingesetzt, mit dem die Lage des Oberkiefers zum Kiefergelenk übertragen wird.
  5. Gegenkiefer: Die neuen Kronen beißen auf die Zähne des Unterkiefers. Sind diese stark abgenutzt oder lückenhaft, muss die Planung beide Kiefer berücksichtigen.

Aus diesen Befunden entsteht ein schriftlicher Heil- und Kostenplan, der die Kronen, die nötigen Vorbehandlungen und den Zeitplan enthält.

Wie viele Kronen braucht ein Oberkiefer?

Ein vollständiger Oberkiefer ohne Weisheitszähne hat 14 Zähne. Wie viele davon tatsächlich eine Krone bekommen, hängt vom Befund ab. Häufig sind es 12 bis 14. Einzelne gesunde Zähne im hinteren Bereich können manchmal unversorgt bleiben, wenn sie in den neuen Biss passen.

Fehlen bereits Zähne, werden die Lücken in die Planung einbezogen, zum Beispiel mit Brückengliedern zwischen zwei Kronen oder mit Implantaten. Eine Übersicht über diese Möglichkeiten bietet die Seite zu Zahnbrücken.

Wie läuft die Behandlung ab?

Bei einer unkomplizierten Ausgangslage lässt sich ein Oberkiefer oft in einem Aufenthalt versorgen. Da das Labor bei DenTeam im selben Haus arbeitet, sind Einproben und Korrekturen ohne Versandwege möglich. Ein typischer Ablauf:

PhaseWas passiertRichtwert
Untersuchung und PlanungBefund, Röntgen, bei Bedarf 3D-Aufnahme, Funktionsanalyse, FarbauswahlTag 1
VorbehandlungFüllungen, Aufbauten, Entfernung nicht erhaltungswürdiger Zähneje nach Befund
PräparationBeschleifen der Zähne unter örtlicher Betäubung, Abformung oder Scan, Provisorienmeist 1-2 Sitzungen
Herstellung im LaborFräsen und Verblenden der Kronenetwa 3-5 Tage
EinprobeKontrolle von Passung, Biss, Farbe und Aussprache1 Sitzung
EingliederungBefestigen der Kronen, Feinkorrektur des Bisses1 Sitzung

Insgesamt ergeben sich so meist 5-7 Tage vor Ort. Wie Sie die Tage und die Anreise sinnvoll planen, beschreibt der Beitrag Wie viele Tage für den Zahnersatz einplanen?.

Wann werden zwei Aufenthalte nötig?

Wird die Bisshöhe deutlich verändert, ist es oft klüger, den neuen Biss zuerst mit Langzeitprovisorien zu testen. Der Körper braucht einige Wochen, um sich an die neue Kieferstellung zu gewöhnen. Erst wenn sie beschwerdefrei funktioniert, werden die endgültigen Kronen angefertigt. Auch Implantate in Lücken, eine Parodontitisbehandlung oder Wurzelbehandlungen mit Ausheilzeit können einen zweiten Aufenthalt erforderlich machen.

Einzelkronen oder verblockte Kronen?

In der Regel bekommt jeder Zahn seine eigene Krone. Das hat Vorteile: Sie können zwischen den Zähnen mit Zahnseide oder Interdentalbürsten reinigen, und muss später ein Zahn behandelt werden, betrifft das nur eine Krone.

Verblockte Kronen, also mehrere miteinander verbundene Kronen, werden eingesetzt, wenn Zähne leicht gelockert sind und sich gegenseitig stützen sollen oder wenn Brückenglieder Lücken überspannen. Der Nachteil ist die schwierigere Reinigung an den Verbindungsstellen.

Zirkon oder Metallkeramik?

Für einen ganzen Kiefer werden heute häufig metallfreie Zirkonkronen gewählt, weil sie ohne Metallgerüst auskommen und am Zahnfleischrand kein dunkler Rand durchschimmern kann. Metallkeramik ist seit Jahrzehnten bewährt und eignet sich ebenfalls, vor allem im Seitenzahnbereich. Im Frontbereich werden Zirkonkronen oft individuell verblendet, damit Zahnhals, Schneidekante und Transparenz natürlich wirken.

Die Unterschiede in Haltbarkeit und Ästhetik beschreibt der Beitrag Zirkonkrone oder Metallkeramik?. Welche Materialien DenTeam verwendet, zeigt die Seite zu Zahnkronen aus dem eigenen Labor.

Welche Risiken und Nachteile gibt es?

Eine umfangreiche Kronenversorgung ist gut planbar, aber nicht ohne Nachteile:

  • Verlust an Zahnsubstanz: Für jede Krone wird der Zahn rundum beschliffen. Das lässt sich nicht rückgängig machen.
  • Reaktion des Zahnnervs: Bei einzelnen Zähnen kann der Nerv nach dem Beschleifen gereizt reagieren. Selten ist später eine Wurzelbehandlung durch die Krone hindurch nötig.
  • Empfindlichkeit: In den ersten Tagen mit Provisorien reagieren manche Zähne auf Kälte.
  • Gewöhnung: Ein neuer Biss fühlt sich anfangs ungewohnt an; auch die Aussprache kann sich einige Tage lang verändern.
  • Pflege am Kronenrand: Am Übergang zwischen Krone und Zahn kann wie bei eigenen Zähnen Karies entstehen. Gründliche Pflege und regelmäßige Kontrollen bleiben deshalb wichtig.
  • Abplatzungen an der Verblendung, vor allem bei starkem Knirschen. Eine Schiene für die Nacht kann die neuen Kronen schützen.

Bei guter Pflege halten Kronen häufig 10-15 Jahre und länger.

Welche Alternativen gibt es?

Je nach Befund gibt es schonendere oder ergänzende Lösungen:

  • Veneers für die Frontzähne, wenn vor allem Farbe und Form verändert werden sollen und der Biss geeignet ist,
  • Teilkronen und Onlays, die nur die geschädigten Flächen ersetzen,
  • Kompositaufbauten bei leichter Abnutzung, oft als Übergangslösung,
  • Bleaching bei Verfärbungen gesunder Zähne,
  • schrittweise Versorgung, bei der nur die Zähne mit echtem Behandlungsbedarf eine Krone erhalten.

Wenn zusätzlich Zähne fehlen oder auch der Unterkiefer versorgt werden muss, wird aus der Kronenversorgung eine Gesamtsanierung. Wie wir solche Behandlungen planen, welche Optionen es mit Narkose gibt und welche Kosten entstehen, lesen Sie auf der Seite zur Gesamtsanierung beider Kiefer.

Das Wichtigste in Kürze

  • Für einen kompletten Oberkiefer werden meist 12-14 Kronen gemeinsam geplant.
  • Sinnvoll ist das bei stark abgenutzten, geschädigten oder vielfach gefüllten Zähnen, weniger bei gesunden Zähnen mit kleinen Schönheitsfehlern.
  • Wurzeln, Zahnfleisch und Biss müssen vorher geprüft und gegebenenfalls behandelt werden.
  • Bei unkomplizierter Ausgangslage reicht bei DenTeam meist ein Aufenthalt von 5-7 Tagen, bei veränderter Bisshöhe oft zwei.
  • Veneers, Teilkronen oder eine schrittweise Versorgung sind je nach Befund schonendere Alternativen.

Häufige Fragen

Tut das Beschleifen so vieler Zähne weh?

Die Zähne werden unter örtlicher Betäubung beschliffen, dadurch ist die Behandlung schmerzarm. Bei vielen Zähnen wird die Arbeit meist auf ein bis zwei Sitzungen verteilt. Danach können die Zähne einige Tage empfindlich auf Kälte reagieren. Patienten mit großer Angst können die Präparation nach Rücksprache auch in Narkose durchführen lassen.

Sehe ich in der Zeit mit Provisorien normal aus?

Ja, nach dem Beschleifen erhalten alle Zähne noch am selben Tag zahnfarbene Provisorien. Sie sehen nicht so natürlich aus wie die endgültigen Kronen, sind aber im Alltag unauffällig. Harte und klebrige Speisen sollten Sie in dieser Zeit meiden, damit sich kein Provisorium löst.

Muss der Unterkiefer gleich mitbehandelt werden?

Nicht zwingend. Wenn die Unterkieferzähne in Form und Höhe passen, kann der Oberkiefer allein versorgt werden. Sind sie stark abgenutzt oder wird die Bisshöhe verändert, ist eine gemeinsame Planung beider Kiefer meist sinnvoll. Das zeigt sich bei der Funktionsanalyse vor der Behandlung.

Kann ich die Farbe der neuen Kronen frei wählen?

Grundsätzlich ja; die Farbe wird gemeinsam vor der Herstellung festgelegt. Wir raten zu einem Ton, der zu Haut, Augen und Unterkieferzähnen passt, denn sehr helle Kronen wirken neben dunkleren Nachbarzähnen schnell unnatürlich. Wer heller werden möchte, kann die Unterkieferzähne vorher bleichen lassen.

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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche zahnärztliche Untersuchung und Beratung.

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